Ist das Bild echt?

Während Laien dazu neigen, Signaturen als Echtheitsbeweis zu akzeptieren, ist hier oft der Grund zu Fehlurteilen gelegt. Nichts führt schneller in die falsche Richtung als eine vermeintliche „Signatur“, die sich als nachträgliche Ergänzung und damit letztlich eine Übermalung erweist, das ganze Bild damit eine Verfälschung darstellt. In der jüngsten Vergangenheit sind mehrere große Kunstfälscherskandale aufgedeckt worden, die zeigen, dass auf dem Kunstmarkt immer mit einer gewissen Menge falscher Werke zu rechnen ist. Anders als der Laie annehmen sollte, handelt es sich dabei nicht nur um hochpreisige Arbeiten, sondern auch um Bilder des mittleren Preissegments, weil dort, so die Hoffnung der Fälscher, nicht so genau hingeschaut werde. Häufiger als Komplettfälschungen, also völlig neu gemalte Bilder in der Art eines anderen Malers (wie im Fall Wolfgang Beltracchi), sind sogenannte Verfälschungen, bei denen echte alte Bilder mit einer nachträglichen Signatur eines gängigen Malers aufgewertet werden sollen oder bei denen die Darstellung durch Hinzufügungen gefälliger gemacht wird - klassisches Beispiel: Figuren in eine zuvor figurenlose Landschaft hineinmalen (so hat Beltracchi seine Laufbahn übrigens auch begonnen, wie er in seiner Autobiografie berichtet).
 

Was ist wertvoll?

Ganz einfach: das, was selten und gesucht ist. Auf dem internationalen Gemäldemarkt ist seit wenigen Jahren zu beobachten, dass Spitzenwerke zu immer höheren Spitzenpreisen verkauft werden, während bereits gute Mittelware deutlich schwerer abzusetzen ist als noch in den 1990er Jahren. Große Vermögen, die weltweit zunehmen, wollen angelegt sein, und zwar immer mehr auch in teure klassische Kunst. Sammler aus den USA, China und Russland suchen stark nach hochwertigen Gemälden speziell auf dem europäischen Kunstmarkt.