Andreas Achenbach

Hugo Mühlig

Carl Jutz

Max Clarenbach

Viktor Pucinski

Albert Heinrich

Herbert Böttger

Friedrich Schiemann

Günther Uecker

Joseph Beuys

Düsseldorfer Malerschule

Die Düsseldorfer Malerschule gilt nicht nur als Malerschule des Raumes Düsseldorfs im 19. Jahrhundert, sondern auch als Malerschule mit nationalem und internationalem Einfluss.
Durch die Aufenthalte vieler Düsseldorfer Maler in anderen Regionen und Kunstzentren Deutschlands, wie Karlsruhe oder Weimar, und Studenten aus anderen Ländern und von anderen Kontinenten, wie Norwegen und Amerika, konnte die Düsseldorfer Malerschule großen Einfluss auf die Malerei des 19. Jahrhunderts nehmen.

Neben nazarenisch geprägten Bildthemen von Malern, wie Wilhelm von Schadow (1788-1862), Franz Ittenbach (1813-1879), Ernst Deger (1809-1885), Julius Hübner (1806-1882) und Andreas Müller (1811-1890) und Stilleben von Malern, wie Wilhelm Preyer (1803-1889) und seiner Tochter Emilie Preyer (1849-1930), wird die Düsseldorfer Malerschule von Landschafts- und Genremalereien geprägt.
Johann Peter Hasenclever (1810-1853), Adolf Schrödter (1805-1875), Ludwig Knaus (1829-1910), Hugo Oehmichen (1843-1932) und Hugo Mühlig (1854-1929) lassen sich zu den bekanntesten Genremalern der Malerschule zählen. Sie schafften es Realismus und Stimmungsmalerei in ihren Gemälden zu verbinden.

Die Künstler Max Clarenbach (1880-1952), Andreas (1815-1910) und Oswald Achenbach (1827-1905) sowie Albert Flamm (1823-1906) stehen mit ihren von Stimmung aufgeladenen Darstellungen für die Landschaftsmalerei der Malerschule.

Aber auch die Verbindung der beiden Gattungen lässt sich bei einigen Künstlern, wie Adolf Lins (1856-1927), der mit seinen Darstellungen von Gänsen, Kindern und Landschaften Genre- und Landschaftsmalerei kombinierte, der Malerschule finden.

 

Internationale Ausstrahlung

In den 1840er und 50er Jahren war die Düsseldorfer Kunstakademie ein international führendes Ausbildungsinstitut. Die Düsseldorfer Malerschule galt als Inbegriff der hohen Kunst. Gleichzeitig befand sich die Anziehungskraft für ausländische Künstler und Kunstschüler auf dem Höhepunkt.
Besonders in Skandinavien und in den USA galt ein Besuch der D
üsseldorfer Akademie als karrierefördernd. So ist es nicht verwunderlich, dass in ihrem Umfeld um die Jahrhundertmitte ein internationales Kunstmilieu florierte. 

Skandinavien

Hans Frederik Gude (1825-1903), einer der bekanntesten norwegischen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts, studierte 1842-1844 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Seine herausragende Stellung in der norwegischen Kunstgeschichte beruht erstaunlicherweise jedoch nicht auf einer Tätigkeit in seinem Heimatland, sondern auf seiner Lehrtätigkeit an den Kunstakademien in Düsseldorf, Karlsruhe und Berlin. Durch seinen Aufenthalt an den Akademien zog er viele weitere skandinavische Maler nach Deutschland, vor allem nach Düsseldorf. 
Johann Frederik Eckersberg (1822-1870), Adolf Tidemand (1814-1876), August Jernberg (1826-1896) und Carl Henrik d’Uncker (1828-1866) zählen zu diesen Malern.

Hudson River School in Nordamerika

Als wichtigster Ausgangspunkt der romantischen Malerei in Amerika und erste nationale „Schule“ der Malerei im Amerika des 19. Jahrhunderts genoß die Hudson River School in den 1850er und 1860er Jahren eine große Beliebtheit in Amerika. Da viele Maler dieser Künstlerbewegung mit durch ihr Studium mit der Düsseldorfer Malerschule verbunden waren, wird hier der internationale Einfluss der Malerschule sichtbar. 

James McDougal Hart (1828-1901), Albert Bierstadt (1830-1902), Otto Reinhold Jacobi (1814-1901) und Hermann Herzog (1832-1932) brachten die Düsseldorfer Kunstauffassung auf den amerikanischen Kontinent. Ihre romantisch-realistischen und ruhigen Landschaften zeigen deutlich den Einfluss von Künstlern wie Andreas Achenbach. 

Russische Malerei

1864/65 kam der bedeutende russische Landschaftsmaler Iwan Schischkin (1832-1898) an die Düsseldorfer Kunstakademie. In Russland schloss er sich später der Gruppe der Peredwischniki an, den Wandermalern, einer Gruppe realistischer Künstler, die gegen die strikte Ausbildung an den Akademien in St. Petersburg und Moskau protestierten und ihre Bilder auf Wanderausstellungen einem breiten Publikum außerhalb der beiden Metropolen nahe bringen wollten.

Zu ihnen gehörte auch Ilja Repin (1844-1930) und ihr wichtigster Sammler war Pawel  Tretjakow, dessen Sammlung heute eines der Hauptmuseen in Russland darstellt. Die Düsseldorfer Genre- und Landschaftsmalerei übte Einfluss auf andere russische Maler aus wie Fjodor Alexandrowitsch Wassiliew (1850-1873), und Alexei Petrowitsch Bogoljubow (1824-1896), der von 1854 bis 1856 bei Andreas Achenbach studierte.

Bis nach Australien

Der in Wien geborene Landschaftsmaler Eugen von Guérard (1811-1901) studierte in den 1840er Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie und gilt als künstlerischer Entdecker Australiens. Eigentlich als Goldsucher nach Australien gekommen, unternahm er dort ab 1852 eine 16-jährige Studienreise und erkundete den Kontinent zeichnerisch. Seine zahllosen Skizzen und Entwürfe übertrug er nach seiner Reise auf Bestellung in Gemälden auf Leinwand oder in ausgearbeitete Zeichnnungen als Vorlage zum Vervielfältigungsdruck. Berglandschaften im Stil der europäischen Alpenmaler waren seine beliebtesten Bildthemen. 

 

Klassische Moderne

Nach 1900 setzte sich auch in der Malerei der Düsseldorfer Schule der Impressionismus durch, der nach Ende des Ersten Weltkrieges durch den Expressionismus abgelöst wurde.  Eugen Dücker (1841-1916) und Gregor von Bochmann (1850-1930) gelten als Wegbereiter für moderne Kunst innerhalb der Düsseldorfer Malerschule.

Auch Willy Lucas (1884-1918), Friedrich August Herkendell (1876-1940), Richard Bloos (1878-1957), Max Stern (1872-1943) und Wilhelm Schreuer (1866-1933) schufen ebefalls nach französischem Vorbild figurenreiche Stadtszenerien.

Für die expressionistische Malerei der Düsseldorfer Schule gelten die Maler Heinrich Nauen (1880-1940), Ulrich Leman (1885-1988) und Walter Ophey (1882-1930) mit ihren expressionistischen Landschaften als Hauptvertreter.  

 

Neue Sachlichkeit

Düsseldorf war in den 1920er Jahren eine der Keimzellen der modernen Malerei. Zahlreiche Künstler schlossen sich hier der Vereinigung „Junges Rheinland“ an und wurden durch die berühmte Galeristin Johanna Ey vertreten.

Neben dem Expressionismus gewann nach dem 1. Weltkrieg die Malerei der Neuen Sachlichkeit an Bedeutung. Sie ist gekennzeichnet durch Realismus und bildete somit eine Gegenbewegung zu den abstrahierenden Tendenzen in der Kunst. Oft wurden dabei soziale Probleme der Weimarer Republik thematisiert, aber auch die Stillleben- und Bildnismalerei gelangten noch einmal auf einen Höhepunkt.

Otto Dix (1891-1969), einer der wichtigesten Maler der Neuen Sachlichkeit, lebte 1922 bis 1925 in Düsseldorf und war Mitglied im „Jungen Rheinland“.
Christian Schad (1894-1982), Alexander Kanoldt (1881-1939) und Georg Schrimpf (1889-1938) sind weitere Hauptvertreter dieses Stils. Aber auch Albert Henrich (1899-1971), Herbert Böttger (1898-1954), Bernhard Templin (1894-1974), Heinrich Maria Davringhausen (1894-1970) und Werner Schramm (1898-1970) lassen sich dazu zählen.
 

Nachkriegskunst

Nach 1945 kamen Impulse zur Erneuerung der Malerei aus den USA. Inspiriert durch die Werke Jackson Pollocks entwickelte sich die Kunst innerhalb Deutschlands in den 1950er und 60er Jahen hin zur Abstraktion. Die informelle Malerei entstand.

Emil Schumacher (1912-1999) zählt mit seinen Farb- und Formgebilden auf Leinwand zu einem der Hauptvertreter dieser Richtung.


1953 entstand in Düsseldorf die „Gruppe 53“ mit Gerhard Hoehme (1920-1989), Winfried Gaul (1928-2003), Friedrich Schiemann (1919-1991) und Peter Brüning (1929-1970).

Später fanden sich Heinz Mack (geb. 1932), Otto Piene (1928-2014) und Günther Uecker (geb. 1930) in der Gruppe ZERO zusammen, um ein Forum für eine neue Kunst im Aufbruch zu schaffen: „Zero ist der Anfang. Zero ist rund. Zero dreht sich“, heißt es in dem von den drei Künstlern gemeinsam verfassten Manifest 1963.

Aber auch Joseph Beuys (1921-1986) gehört zu den wichtigsten, wenn auch kontrovers diskutiert, Künstlern des 20. Jahrhunderts aus Düsseldorf. 

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